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Besonderheiten der Erbengemeinschaft

Geschrieben von Harry Schulz auf 20. Dezember 2021
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Leider verbergen sich hinter einer freien Immobilie manchmal Schicksalsschläge – wie eine Scheidung oder aber auch ein Todesfall. Wenn sich im Nachlass eine Immobilie befindet, kann dies mit viel Aufwand und auch Schmerz verbunden sein.

Wenn sich der Anspruch auf das Erbe auf mehrere Personen verteilt, spricht man von einer Erbengemeinschaft. Diese kann sich beispielsweise aus den Kindern, aus den Eltern und dem Ehepartner des Verstorbenen zusammensetzen.

In der Regel sind alle Erbenden an der gesamten Erbmasse beteiligt. Die Aufteilung erfolgt nach einer natürlichen Teilung, der sogenannten Erbauseinandersetzung. Dabei suchen sich die Erbenden gewisse Gegenstände aus der Erbmasse aus, bis diese aufgeteilt ist.

Sofern eine Immobilie zur Erbmasse gehört, deren Wert den des übrigen Erbes übersteigt, ist eine natürliche Teilung nicht mehr möglich. Wenn dies der Fall ist, müssen sich die Erbenden über die Verwendung der Immobilie einigen. Dabei ist ein einheitlicher Beschluss zwingende Voraussetzung.

Wenn man sich nun diese Situation vorstellt, vielleicht schon in Vorfeld familiäre Unstimmigkeiten vorherrschen, ist der Streit schon vorprogrammiert. Unterschiedliche Interessen, finanzielle Ausgangslagen, Wertvorstellungen und verschiedene Charaktere treffen aufeinander. Je größer die Erbengemeinschaft ist, desto schwieriger kann die Auseinandersetzung werden.

Die Erbengemeinschaft ist eine unfreiwillig entstandene Gemeinschaft, bei welcher es ratsam ist, die Erbauseinandersetzung schnellstmöglich zu klären. Folgende Möglichkeiten bestehen:

Auszahlung der Miterben

Besteht Ihr Interesse darin, die geerbte Immobilie selbst zu beziehen, müssen die Miterben ausbezahlt werden. Der dafür notwendige Vertrag muss notariell beurkundet werden.

Einvernehmlicher Verkauf

Viele Erbengemeinschaften entscheiden sich für den Verkauf der Immobilie, um Konfliktpotenziale möglichst gering zu halten. Der Verkaufserlös wird dann unter allen Erbenden aufgeteilt. Wir empfehlen in diesem Fall einen neutralen Makler einzubinden, der im Interesse aller Beteiligten agiert. Eventuelle Bereicherungsvorwürfe können so von Anfang an vermieden werden.

Teilungsversteigerung von Erbanteilen

Die Teilungsversteigerung ist die „Notlösung“, falls sich die Erbengemeinschaft nicht über die zukünftige Nutzung einig wird. Im Gegensatz zu den zwei übrigen Möglichkeiten, ist bei Teilungsversteigerung kein gemeinsamer Beschluss notwendig. Die Teilungsversteigerung kann auch von einem einzelnen Erben beauftragt werden. Hier versteigert der Miterbe seinen Anteil, den die anderen Miterben ersteigern können. Wichtig zu wissen ist, dass bei der Teilungsversteigerung nur der gesamte Erbanteil versteigert werden kann, nicht nur einzelne Gegenstände. Außerdem sollte bei der Beauftragung der Teilungsversteigerung berücksichtigt werden, dass bei diesem Verfahren meistens Preise weit unterhalb des Verkehrswerts erzielt werden und nicht unerhebliche Verfahrenskosten fällig werden.

Wir empfehlen Ihnen, die Entscheidung gut abzuwägen und möglichst rational diese wichtigen Entscheidungen zu treffen. Sollten Sie feststellen, dass eine friedliche Einigung innerhalb der Erbengemeinschaft nicht möglich sein wird, sollten rechtzeitig neutrale Dritte eingeschaltet werden. Als erfahrender Immobilienmakler kennen wir die Interessenskonflikte und stehen Ihnen mit viel Fingerspitzengefühl zur Seite.

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