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RSI Wissensmittwoch: Hausfinanzierung im Scheidungsfall

Geschrieben von Harry Schulz auf 7. Juni 2022
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Stellen wir uns folgende Situation vor:

Ein Ehepaar trennt sich. Die Frau entscheidet sich, aus dem gemeinsamen Haus auszuziehen und nimmt sich vorübergehend eine Wohnung. Der Ehemann bleibt im gemeinsamen Haus wohnen. Wer ist nun für die Abbezahlung der laufenden Hausfinanzierung bei der Bank verantwortlich?

Hauskredit und Trennung

Häufig ist die betreffende Immobilie noch gar nicht abbezahlt, wenn es zur Scheidung kommt. So stellt sich dann die Frage, wer für die Tilgung der gemeinsamen Schulden zuständig ist.
Hier gilt: Mit einer Trennung oder Scheidung ändert sich nichts an den bestehenden Kreditbestimmungen. Für den Hauskredit haftet grundsätzlich nur derjenige, der den Vertrag mit der Bank unterschrieben hat. Für die Bank ist es dabei unerheblich, ob die Eheleute noch verheiratet oder geschieden sind oder ob der Haftende überhaupt noch im Haus wohnt.
Wurde der Kreditvertrag nur von einem Ehepartner unterschrieben, haftet auch nur dieser weiterhin gegenüber der Bank.
Meist sind bei gemeinsamem Eigentum beide Ehepartner Kreditnehmer, da die Bank ein Interesse daran hat, die Schuld bestmöglich abzusichern. In diesem Fall besteht für die Eheleute gegenüber der Bank eine Gesamtschuld. Wurde der Kreditvertrag von beiden Ehepartnern unterschrieben, haften beide. Die Bank kann demnach nach Auflösung der Ehe von beiden Kreditvertragspartnern Zahlungen in voller Ratenhöhe einfordern oder – falls der Kredit nicht mehr bedient werden kann – auch die Zwangsversteigerung der Immobilie auslösen. Sie können aber nach einer Trennung versuchen, mit der Bank neue Konditionen auszuhandeln, die auf die neue Lebenssituation abgestimmt sind.
Gleiches gilt auch für die Eintragung im Grundbuch: Die Scheidung allein ändert zunächst nichts an den Eigentumsverhältnissen und somit daran, wer im Grundbuch steht.

Verteilung des Verkaufserlöses

Wurde die Immobilie verkauft, wird der Verkaufslerlös unter den Ehepartnern aufgeteilt. Zunächst werden vom Gesamterlös noch eventuelle Immobilienfinanzierungen und Vorfälligkeitsentschädigungen von Krediten abgezogen. Danach wird je nach Höhe des jeweiligen Eigentumsanteils am Haus auf die Ehepartner verteilt – und zwar unabhängig von Investitionen in die Immobilie, die die Eheleute in der Vergangenheit getätigt haben.

Sie haben Fragen rund um Ihre Scheidungsimmobilie? Dann sprechen Sie uns gerne an und laden Sie sich gerne unseren Ratgeber zu diesem Thema hier herunter.

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